Heute am Morgen war es mal wieder soweit! Innerhalb weniger Stunden drei schockierende Entdeckungen zu Machenschaften internationaler Modeplattformen. Bevor ich die Details zusammenstelle, mein Appell vorweg: Jeder Klick, jeder nicht hinterfragte E-Commerce Einkauf ist eine Zustimmung und Unterstützung zu dem, was gleich folgt! Wer den Preis über alles stellt, zahlt mit seiner Gesundheit, belastet die eine Umwelt seiner Enkel. Wer hingegen hinschaut und Unternehmen unterstützt, die ehrlich, transparent sind und Verantwortung für ihre Produkte übernehmen, trägt aktiv dazu bei, dass Mode auch für unsere Kinder und Enkel noch gesund und lebenswert ist.
Was jetzt gleich beschrieben wird, sind im Kern keine Good News. Allein die Tatsache, dass inzwischen mehr Bewusstsein für die Missstände entsteht und dass erste – wenn auch zögerliche – Maßnahmen gegen die Verursacher eingeleitet werden, kann als „gut“ bewertet werden.
Jetzt aber zur Sache!
- Stiftung Warentest (Quelle: DIE ZEIT, AFP) hat eine Warnliste herausgegeben. Zuvor wurden 162 Produkte von Anbietern geprüft, die über S***N und T**u ihre Produkte anbieten. Baby-Spieltücher und Schmuckketten beinhalteten Formaldehyd und 8.500-fache Mengen des Grenzwertes von Cadmium (krebserregend). Stiftung Warentest weist daraufhin, dass eine fachgerechte Entsorgung dieser Gegenstände nur über ein Schadstoffsammelstelle erfolgen kann! Alle getesteten Ladegeräte wurden heißer als die in der EU zulässigen Grenzwerte erlauben. Übrigens: In einem Brandfall besteht kein Versicherungsschutz. Haften muss derjenige, der diese Gegenstände in Betrieb nimmt. Schuldbewusstsein bei den Unternehmen? Fehlanzeige!
- Frankreich handelt! (Quelle: DIE ZEIT, AFP) Die französische Antibetrugsbehörde hat S***N an die Justiz gemeldet, weil kinderähnliche Sexpuppen zum Kauf angeboten wurden. Die Produktbeschreibungen lieferten eindeutig pädopornografische Inhalte. S***N konnte sich angeblich nicht erklären, wie diese Puppen auf ihrer Plattform angeboten werden und die internen „Prüfroutinen“ bestehen konnten. Frankreich hatte eine Onlinesperre für S***N angedroht. Diese ist zunächst wieder ausgesetzt, aber es läuft ein juristisches Verfahren gegen die Onlineplattform wg. der pornografischen Produkte, bestimmte Medikamente und angebotene gefährliche Waffen. Frankreich hat bereits drei Strafen zu insgesamt 191 Mio. EUR verhängt, wg. Verstößen gegen Vorschriften zu Online-Cookies, irreführender Werbung und nicht deklarierten Mikroplastics.
- Auf der Plattform „Pinterest“ auf der Suche nach kleinen Weihnachtsgeschenken stoße ich auf einen hübsch gestrickten Wollpullover - bunt und im Norwegerstil. So wie ich es mag. Mir wird mitgeteilt, dass es sich um ein Angebot im Räumungs-verkauf des langjährig tätigen „Modehaus Herrmann“ wg. Geschäftsaufgabe handelt. Auf einem Bild lächelt mich ein älteres Ehepaar freundlich und ein bisschen melancholisch an – so wie die mir vertrauten Menschen vom Modehaus um die Ecke. Der Pullover ist um mehr als 70% reduziert. Der Rabatt endet allerdings schon heute! Schnelles Handeln ist erforderlich. Ich finde kein Impressum (Pflichtangabe auf Websites!)! Wo sitzt dieses Unternehmen? Keine Angabe. Unter Umtausch und Rückgaben finde ich schließlich den Hinweis, dass Rücksendungen nach China gehen und defekte Produkte nicht zurückgesendet werden müssen, weil eine Reparatur und erneutes Anbieten ausgeschlossen sind. Ergänzt wird weiter unten die Information, dass Absenderadresse des Paketes und Retourenadresse nicht identisch sind. Rückgaben an die Absenderadresse erreichen das Unternehmen nicht und führen dazu, dass Kaufpreiserstattungen ausbleiben werden. Warum sind solche Angebote auf Pinterest zulässig?
Hier besteht dringender Handlungsbedarf!
Frankreich geht mit gutem Beispiel voran, wo bleibt die EU? Wir haben viele EU-Vorschriften, welche deutsche oder europäische Unternehmen zu unserem Wohl erfüllen müssen. Unternehmen aus Drittländern, die dies wiederholt nicht tun, sollten keine – oft lächerlichen – Strafen zahlen, sondern Zulassungsentzug erfahren.
Jetzt aber zu uns! Die stärkste Macht haben wir – die Konsumenten! Es kommt auf jeden von uns an. Ein T-Shirt für 3 EURO, was aus China angereist ist, kann kein gutes und gesundes T-Shirt sein. Schau hin, hinterfrage das und entscheide klug – nicht schnell. Es ist höchste Zeit, dass wir wieder bewusster einkaufen. Qualität statt Quantität!