18.11.2025

Investitionen in Deutschland – statt in Asien

Immer mehr Unternehmen in Deutschland werden sich der Risiken einer großen Abhängigkeit – insbesondere von China – bewusst. Das gilt für Konzerne aber auch für viele mittelständische Unternehmen. Seit den schwerwiegenden Problemen mit den Lieferketten während der Corona-Pandemie wird Derisking oder gar Decoupling ernsthaft diskutiert; zusätzlich befeuert durch die geopolitischen Spannungen wegen Taiwan.

Das Unternehmen Weidmüller aus Detmold hat eine für Deutschland erfreuliche Entscheidung getroffen. Ein neues Elektronikwerk wurde für etwa 60 Millionen Euro in Deutschland, genauer in Detmold, gebaut – nicht in Asien und auch nicht in Osteuropa. Es war eine der größten Einzelinvestitionen in der Unternehmensgeschichte. Nach etwa zweijähriger Bauzeit konnte das Werk im Herbst 2025 eröffnet werden.

Das Familienunternehmen Weidmüller ist weltweit mit mehr als 5.000 Mitarbeitern aktiv. Im neuen Werk werden Elektronikkomponenten und Kunststoffteile gefertigt, Leiterplatten bestückt und Logistikprozesse bewältigt. Das Management stellt besonders die Nähe zur eigenen Entwicklungsabteilung sowie zum Anlagen- und Werkzeugbau heraus. In Deutschland wird hauptsächlich für den europäischen Markt produziert. „Aus Europa für Europa“ formuliert Technologievorstand Timo Berger.

Machbar war die genannte Investition dank eines sehr hohen Automatisierungsgrades. Nur damit lässt sich in Deutschland wettbewerbsfähig produzieren. Trotz der hohen Automatisierung sichert das neue Werk auch Arbeitsplätze für hoch qualifizierte Fachkräfte. Etwa siebzig sind es derzeit, und sie sollen bis 2030 auf etwa 300 ausgebaut werden.

Weidmüller versteht sich als Technologietreiber mit den wichtigen Themenfeldern Automatisierung, Elektrifizierung und Digitalisierung. Ein Beispiel ist eine Schnittstelle zwischen Steuerungen und Maschinen wo Anlagen automatisch gesteuert und überwacht werden.

Abschließend sei noch die Nachhaltigkeit des Gebäudekonzeptes mit hoher Energieeffizienz erwähnt. Die Halle wird wahlweise beheizt bzw. gekühlt mit reversiblen Wärmepumpen. Zusätzlich verfügt sie über Wärmerückgewinnung für die Abwärme aus der Produktion. Auf dem Dach des Gebäudes steht eine Photovoltaikanlage mit 640 kW Peak.

Fazit: Klug geplante Investitionen können sich auch in Deutschland lohnen – und den Wohlstand hier absichern.  

Artikel verfasst von Conny Schmidt
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